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Druckerwartung HP Officejet X-Serie nach 30.000 Seiten

(28.8.2014)

Nach etwas über 30.000 Seiten macht mein Officejet Pro X576DW plötzlich nicht mehr das was er soll.

Auf den Ausdrucken sind auf der linken Seite Streifen von oben bis unten.

Das heisst keine Schmierstreifen sondern statt Gelb wird Schwarz gedruckt. Und entsprechend auch in Mischfarben wie Rot oder Grün.

Bei großen Druckjobs sind nur die ersten Seiten betroffen. Immer morgens ist gelb rein schwarz und wird dann im Laufe des Tages immer heller.

Mit einem Start der Druckerreinigung wird das Problem nicht besser.

 

Ich überlege:

ausgefallene oder verstopfte Düsen können das nicht sein, sonst wäre nicht die falsche Farbe sondern an der Stelle garkeine Farbe sichtbar. Das kann es also nicht sein.

Undichtes CISS?

Ich fülle Tinte nach, überprüfe ob Luft im System ist, aber das ist es auch nicht. Und dazu - wie sollte schwarze Tinte in Gelb kommen, die Tanks sind komplett getrennt, wenn da ein Defekt wäre müsste es schon auf dem Boden zu sichtbaren Flecken gekommen sein. Also auch nicht.

Also was kann das sein?

 

 

Tinte sucht sich ihren Weg...

Bleibt das bereits von anderen Druckern bekannte Problem daß Tinte durch Kapillarkräfte über den Druckkopf von einer Farbe zur anderen wandert.

Das passiert bei manchen Anwendern wenn sie die Düsen zum "Schutz" bei der Lagerung mit Tesafilm zukleben. Oder bei extrem verschmutzten Reinigungsstationen. Das muss die Ursache sein.

 

Die Erfahrung zeigt daß ohne eine Reinigung der Reinigungseinheit Tintendrucker nach spätestens 30.000 bis 50.000 Seiten am Ende sind. 

 

Aber wie kommt man beim Officejet Pro X576DW an die Reinigungsstation?

Garnicht - ohne das Gerät zu zerlegen ist das nicht vorgesehen.

Bei Profigeräten wie meiner Roland VS-420 oder Mimaki UJF-3042 sind die Reinigungsstationen problemlos zugänglich und eine tägliche bzw. wöchentliche Reinigung ist sogar empfohlen.

Dabei wird die Cappingstation gereinigt, das ist das Teil das den Druckkopf bei Nichtgebrauch luftdicht abdichtet damit er nicht austrocknet. Die Cappingstation hat einen umlaufenden Dichtgummi der mit der Zeit verschmutzt oder gar verschleisst. 

HP bewirbt die X-Serie zwar als Profigeräte, aber hier scheint dann doch etwas gespart worden zu sein, eine Reinigung durch den Anwender ist nicht vorgesehen.

Ausserdem müssen die Wiper gereinigt werden, das sind in der Regel Gummilippen die den Druckkopf abwischen und Tinten- und Staubreste entfernen. Diese Wiper verschmutzen natürlich mit der Zeit selbst und müssen gereinigt oder ersetzt werden.

Das Problem ist bei den genannten Profi-Geräten natürlich größer da hier mit Lösemittelhaltiger Tinte gearbeitet wird, aber auch die Geräte mit normaler Tinte sollten ab und zu gereinigt werden.

Nur ist das von den Herstellern einfach nicht vorgesehen. 

Ich kenne keinen Drucker im Officebereich bei dem das möglich wäre.

Die Business-Drucker von Epson haben immerhin einen austauschbaren Resttintenbehälter. Bei allen anderen Geräten ist bei Verschmutzer/gefüllter Reinigungseinheit das Lebensende erreicht.

 

Üblicherweise ist das bei meinen Druckvorlagen bei 30.000 bis 50.000 Seiten der Fall - bei den HP-Kisten habe ich das von der 900er-Serie über K550, K5400, 8000er Serie und vielen mehr immer recht gut ausgereizt.

Mit einer manuellen Reinigung konnte die Lebensdauer zwar deutlich verlängert werden, aber das ist eine ziemliche Sauerei und wie gesagt - für Normalanwender nicht vorgesehen.

Daß das auch bei der X-Serie ein Problem ist hat mich dann doch etwas überrascht.

 

Aber was tun wenn man da nicht hinkommt?

 

 

Resttintenbehälter ausbauen und reinigen

Ein bisschen was kann man aber schon machen.

Auf der linken Druckerseite ist eine Klappe hinter der sich der Papierweg verbirgt.

Unten ist ein entnehmbares Teil das eine Walze und den Resttinten-Schwamm enthält.

Auch wenn man ohne Zerlegen des Druckers nicht weiterkommt, diese Einheit ist zumindest entnehmbar.

Bei näherer Betrachtung (mit Taschenlampe) zeigt sich mein Verdacht bestätigt: auf dem Resttinten-Schwamm haben sich Tintenberge gebildet, richtige Klöse. Die Walze die über eingebaute Gummilippen die Verschmutzung von den Düsen holen soll macht genau das Gegenteil: 

Beim Drehen reibt sich die Walze an den Tintenbergen und verteilt den Dreck auf den Düsen. Jede Reinigung verschmutzt den Drucker weiter.

(Das Bild rechts zeigt die Einheit bereits nach der Reinigung).

 

 Ich versuche mit einem Q-tip den gröbsten Dreck zu entfernen. Das sieht genau so aus wie bei meinem ersten Zusammentreffen mit diesem Problem vor zig Jahren bei einem Deskjet 900er-Serie: der hatte nach einigen Tausend Seiten auch einen Berg getrockneter Tinte angehäuft und blieb irgendwann mit dem Druckkopf daran hängen.

Aber der erste Reinigungsversuch ist aussichtslos, zu versifft ist die Einheit.

Klar, ich drucke fast nur vollflächige Seiten. Umgerechnet auf 5% Deckung wie von den Herstellern gerne angegeben sind die 30.000 Seiten mit 100% Deckung dann 600.000 Seiten. Da fällt natürlich auch einiges an Resttinte an.

 

 

Großputz

Die Einheit ist mit 4 Schrauben verschlossen (Torx T10). Nach deren Entfernen lässt sich das obere Teil vorsichtig nach oben klappen. Für die Reinigung muss man das Teil nicht weiter zerlegen.

Das wäre zwar möglich, ist aber unnötig. Und wir wollen das Ding ja später auch wieder zusammenbauen.

Auf dem oberen Bild rechts sieht man wie versifft das Teil ist. Die Walze dreht sich in der Tinte, nimmt diese auf und verteilt sie auf dem Druckkopf.

Ausserdem ist auf der linken Seite ein kleines Schaumstoffteil befestigt. Und genau da hat sich der größte Tintenberg gebildet und das ist auch die Stelle die auf dem Papier immer schwarz statt Gelb wurde. Ob das wohl ein kleiner Designfehler ist?

Ganz wichtig für die Reinigung: 

Viel Zeitung drunter, alte Kleider anziehen, nicht über wertvollen Möbeln oder Teppichen arbeiten, Handschuhe anziehen und viele Küchentücher bereitlegen. Düsenreiniger schadet auch nicht.

Als erstes habe ich die Walze und Gummilippen grob abgewischt und die Tintenberge entsorgt.

Danach bin ich daran gegangen die Schwämme auszubauen. Es handelt sich um 4 einzelne Schwämme die mit darunterliegenden Schwämmen leicht verklebt sind.

Beim Abheben des ersten Schwamms hat es gleich Knacks gemacht und ich hatte ein kleines Teil in der Hand. Nach dem Ersten Schreck hat sich herausgestellt daß das eine Metallklammer ist die den Schwamm festhält. Die Klammer ist an einem Plastik-Pfosten eingerastet, das Abziehen des Schwamms nach oben knackst zwar etwas, beschädigt wurde aber nichts. Daß das Metall ist sieht man nicht, ist alles schön schwarz mit Tinte überzogen.

Mit den Schwämmen geht es Stück für Stück unter den Wasserhahn und dann wird alles gut ausgespült.100% sauber muss das nicht werden, wird ja sowieso wieder verschmutzt. Aber so gut wie möglich ausspülen und das Wasser herausdrücken. Dann kann man den Schwamm wieder einsetzen (richtige Ausrichtung beachten) und die Fixierklammer wieder befestigen. Auf dem Bild rechts sieht man den ersten gereinigten Schwamm im Vergleich zum Rest.

 

 

 

 

Druckt wie neu

Nachdem die Schwämme gesäubert sind habe ich die Walze und Gummis gereinigt. Dazu empfiehlt sich Düsenreiniger, zur Not tut es auch ein bisschen Wasser. Mit vielen Papier-Küchentüchern und etwas Reiniger alles abgewischt und wie auf dem Bild zu sehen ist sieht alles aus wie neu.

Nochmal überprüfen ob alles ok ist und dann die Abdeckung wieder vorsichtig nach unten.

Dabei aufpassen daß man keine Feder oder Plastiknasen abbricht. Die 4 Schrauben wieder festziehen und fertig ist die Reinigung.

Danach das Teil in den Drucker einsetzen und schauen was passiert.

Erstmal passierte nichts, das Druckbild war nicht besser als vorher.

Vermutlich ist da noch mehr an Reinigungstechnik im Gerät, ich habe den Drucker bisher noch nicht geöffnet gehabt. Jedenfalls kann vom Resttinten-Behälter kein Dreck mehr zurückübertragen werden.

Der Theorie nach müsste wenn jetzt alles wieder funktioniert die Reinigungseinheit den Schmutz von den Druckköpfen wieder in den Resttintenbehälter übertragen. Also einfach mal schauen was passiert.

 

Und tatsächlich - nach ein paar gedruckten Seiten ist alles wieder pikobello in Ordnung.

 

Da ist es doch schade, daß der Resttintenbehälter nicht als Verbrauchsmaterial angeboten wird.

Denn als Ersatzteil gibt es das Ding bestimmt, dann aber nur über den Service und mit Zusatzkosten. Dabei wäre das Austauschen so einfach - alle 20.000 Seiten Resttintenbehälter wechseln, fertig.

Aber wenn man weiss wie es geht oder bei Druckeronkel nachliest wie das gemacht wird, dann klappt das auch so.

 

Meine Maschine ist wieder druckbereit und weiter geht es...

 

 

 

Druckerreinigung: Tintenauffangbehälter reinigen HP Officejet X-Series.

Nachdem mein HP Officejet X476 mich dazu aufgefordert hat die Duplexeinheit zu wechseln weil der darin enthaltenen Tintenauffangbehälter voll ist habe ich nochmal eine kleine Anleitung dazu geschrieben.

 

Druckerreinigung: Tintenauffangbehälter reinigen HP Officejet X-Series.



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