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Grundlagen zum Weiß-Druck

Da immer wieder erhebliche Verständnisprobleme zum Weiß-Druck auftauchen möchte ich auf dieser Seite gerne versuchen den Weiß-Druck zu erklären.

Die Erklärung ist unabhängig von der verwendeten Software.

Die Info auf dieser Seite soll für Laien verständlich sein, Profis mögen mir verzeihen. Wer grobe Fehler findet darf mich gerne per Mail darauf hinweisen.

 

Es gibt kein Weiß!

Die meisten Drucker von Tintendrucker für Heimanwender über Laserdrucker bis hin zur großen Farbdruck-Maschine arbeiten im CMY-Modus. Dabei werden alle Farben aus Cyan, Magenta und Yellow zusammengemischt.

(Schauen Sie in Ihren Drucker - Sie werden 3 Farben finden - wenn es ein Farbdrucker ist.

 

Aus diesen 3 Grundfarben werden alle anderen Farben gemischt!

CMY ist ein subtraktives Farbsystem: Ohen Farbe reflektiert die Unterlage alles Licht, man sieht weiß.

Je nachdem wieviel man von einer Grundfarbe reinkippt bekommt man eine entsprechende Gesamtfarbe die immer dunkler wird weil immer weniger Licht reflektiert wird.

 

Ich sehe schon die Zwischenrufe: was ist mit Schwarz? Light-Cyan, Light-Magenta?

 

Diese Farben werden theoretisch nicht benötigt, alle Farben lassen sich aus CMY mischen.

Schwarz ist einfach eine Mischung aus 100% Cyan +100% Magenta + 100% Yellow.

Leider gibt es in der Praxis damit ein paar Probleme. Zum Beispiel schafft so gut wie kein Drucker aus den Grundfarben Schwarz zu mischen, maximal ist ein schmutziges Braun oder dunkles Grau möglich. Und auch reine Graustufen ohne Farbstich sind kaum druckbar.

Daher wird das CMY-Farbmodell noch durch K erweitert. K steht für reines Schwarz. Experten streiten sich ob das K dabei für die Key-Farbe oder blacK steht. Jedenfalls erweitert K den Farbraum um die Farbe Schwarz.

Das spart jede Menge Farbtinte und bringt schönes dunkles schwarz auf das Papier.

zusätzliche Farben wie Light-Cyan oder Light-Magenta sind einfach nur dazu da, den Druck zu verbessern.

Drucker arbeiten digital, d.h. die Farbmischung erfolgt in Stufen durch die Größe der Farbpunkte oder durch die Menge an Farbpunkten pro Fläche. Im Auge des Betrachters verschwimmt dann alles zu einer Gesamtfarbe.

Da man die Tintentröpfchen nicht beliebig klein machen kann nutzt man einfach noch zusätzliche Farben, dadurch kann man das Gesamtbild verbessern. Diese Farben benötigt man aber nur wegen der technischen Beschränkung der Druckgeräte.

 

Anders mit weiß - Weiß ist nach Definition einfach das Weglassen aller Farben, Weiß ist das Papier auf dem gedruckt wird. Mit CMYK kann daher weiß nicht gedruckt werden. 0%CMYK ist einfach nix. Fertig!

Durch dieses Weglassen von Weiß bekommt man natürlich diverse Probleme - es gibt kein "reines" weiß, Papier ist zwar meistens weiß aber eben je nach Sorte immer unterschiedlich.

 

 

Alle Papiere sind gleich...

schön wärs wenn alle Papiere gleich wären.

Doch unterscheiden sich alle Papiere. Durch den unterschiedlichen Weiße-Grad der Papiere sieht der Druck je nach verwendetem Papier anders aus.

Dummerweise unterscheiden sich auch die Farben je nach Druckverfahren. Und sogar bei einem einzelnen Drucker können sich die Farben ändern - durch Verwendung anderer Tinte, durch andere Treibereinstellung.

Unzählige Faktoren verhindern leider daß der Druck einer Datei immer gleich aussieht.

 

Deswegen muss man Drucker kalibrieren.

Dabei wird der Ausdruck eines bestimmten Gerätes mit einer bestimmten Papiersorte und einer bestimmten Tinte gemessen und mit einem definierten Farbraum abgeglichen. Durch Anpassung der Farbmischung versucht man die Druckausgabe möglichst an den definierten Farbraum anzugleichen.

Durch diese Kalibrierung erzeugt man ein Farbprofil das man auf dem PC abspeichert und das theoretisch immer reproduzierbare Ergebnisse erlaubt.

Leider ist das nicht ganz so einfach, schon die Alterung der Druckmaschine und die Änderung von Umgebungsbedingungen reicht daß das Druckergebnis nicht mehr stimmt.

Hier höre ich jetzt besser auf, es geht ja um den Weiß-Druck.

Kalibrierung ist ein Thema das man sein Leben lang studieren kann...

 

Aber ich hab doch weiß!

Regelmäßig bekomme ich Druckvorlagen für den Weiß-Druck die einfach leer sind.

In der Software gibt es weiß, also wird das angeklickt und ich bekomme Vorlagen weiß auf weiß.

 

Des Rätsels Lösung:

Die Software kann auch Dokumente für die Bildschirmansicht erzeugen und da gibt es Weiß in der Tat.

Monitore arbeiten in RGB (Rot-Grün-Blau) und das unterscheidet sich leider komplett von CMYK.

Bei RGB handelt es sich um einen additiven Farbmodus:

Ist nichts da (alle Farben aus), dann hat man Schwarz, je mehr man von den Farben dazugibt desto heller wird das Bild. Bis man schliesslich bei 100% weiß angekommen ist.

(Auch hier gibt es in der Praxis diverse Einschränkungen auf die ich nicht weiter eingehen will).

Fakt ist: in der Software gibt es weiß damit man weiße Elemente auf dem Bildschirm anzeigen kann.

Da der Computer aber schlau ist und weiß das der Drucker mit weißem Papier arbeitet werden weiße Elemente beim Druck einfach nicht mitgedruckt, denn das Papier ist ja schon weiß. Der Drucker hat ja keine weiße Tinte!

 

Farbiges Papier? Transparente Folie?

Es gibt doch auf dem Markt jede Menge Farbige Papiere, was ist mit denen?

 

Drucken kann man auf farbiges Papier problemlos. Nur wird das Ergebnis etwas von der Vorlage abweichen.

Alles was am Bildschirm weiß ist wird auf dem Papier mit der Papierfarbe wiedergegeben.

Und da viele Drucker nicht deckend drucken werden auch die restlichen Farben ziemlich falsch wiedergegeben.

Dem Farbraum ist es egal ob man die Zielfarbe durch 2 Tinten mischt oder durch eine Tinte und ein farbiges Papier.

Blaue und Gelbe Tinte geben genauso grün wie gelbe Tinte auf blauem Papier.

Daher eignen sich zumindest normale Tinten- und Laserdrucker nur für weißes oder sehr helles Papier.

 

Das gleiche gilt bei transparenter Folie.

Die Farbe von transparenter Folie ist vom Hintergrund abhängig.

Druckt man bunt auf transparente Folie und legt die Folie auf eine schwarze Unterlage wird man in der Regel nicht mehr viel erkennen.

Legt man die Folie auf weißes Papier oder einen weiß leuchtenden Overhead-Projektor dann erhält man ein Bild - hier hat man ja den weißen Hintergrund den der Drucker sich als Untergrund vorgestellt hat.

 

 

Spot-Farben

Das bisher geschriebene war mehr oder weniger Theorie. Leider gibt es in der Praxis auch mit normalen Farben jede Menge Probleme: Gelb ist nicht gleich Gelb, jede Tinte, jeder Toner, jede Druckfarbe hat andere Eigenschaften.

Kein Gerät druckt wie das andere.

Um dieses Problem wenigestens etwas zu mildern haben sich schlaue Leute die sogenannten SPOT-Farben einfallen lassen. Dazu gibt es dann Farbpaletten die nicht wie CMYK "theoretisch" alle Farben abdecken aber in bestimmten Abstufungen zumindest näherungsweise. Bekannte Paletten sind z.B: Pantone oder RAL.

Die Farbhersteller können nach dieser Palette eine SPOT-Farbe zusammenmischen die wieder theoretisch unabhängig von der Druckmaschine ist.

Beispielsweise kann eine Firma ein Firmenlogo in einer bestimmten SPOT-Farbe anlegen lassen, Werbung in der Zeitung wird dann nicht nur mit CMYK gedruckt sondern die Druckmaschine arbeitet mit einem Extra Farbtopf in genau dieser Farbe.

Da man natürlich nicht beliebig viele Farbtöpfe in eine Druckmaschine einbauen kann werden Spot-Farben beim Druck meistens auch nur "simuliert", aber durch Kalibration und diverse Verfahren versucht man hier eine weitgehende Übereinstimmung zu erziehlen.

Übrigens - falls Sie vorhaben ein Auto oder Möbel zu kaufen, schauen Sie doch mal das Kleingedruckte im Prospekt an: alle Farben sind nur "unverbindlich", denn eine 100% Übereinstimmung schafft keiner.

 

Jetzt wirds weiß!

Wir haben also jetzt den CMYK-Farbraum für die normalen Farben und die SPOT-Farben falls jemand Herbst-Orange, Moos-Grün oder sonst eine ganz besondere Farbe möchte.

Diese Spot-Farben werden von der Software getrennt behandelt und haben mit dem CMYK-Farbraum nichts zu tun.

 

Und genau so eine SPOT-Farbe verwenden wir jetzt für Weiß!

 

Die Software meint ja immer noch, wir würden auf weißes Papier drucken.

Wir wollen aber auf transparente Folie drucken.

Das tun wir auch, nur weil wir schlau sind wissen wir, daß weiß nicht gedruckt wird, weiß ist ja eigentlich das Papier.

Damit weiß gedruckt wird arbeiten wir einfach mit einer extra Spot-Farbe.

Dummerweise gibt es schon Weiß in der CMYK-Farbpalette.

Daher nennen wir das Druck-Weiß RDG_WHITE und wir merken uns genau: weiß gibt es nicht und das wird nicht gedruckt, denn weiß ist normalerweise das Papier.

Damit wir das gewünschte Ergebnis erhalten grundieren wir mit RDG_WHITE.

Würden wir einfach das ganze Papier mit RDG_WHITE grundieren und dann mit CMYK darüber drucken, dann hätten wir einfach einen normalen Druck wie auf weißem Papier.

Da der Drucker nicht weiß das unser Druckmedium transparent ist müssen wir hier ein bisschen aufpassen und immer dort mit RDG_WHITE grundieren wo später weiß sein soll, alles andere wird transparent.

Die transparente Folie kommt ja später auf einen farbigen Untergrund, daher müssen wir uns überlegen wo wir weiß benötigen und wo nicht.

Wir erinnern uns - die normalen Farben sind bei unserem Drucker nicht deckend.

Normales Gelb auf einem blauen Untergrund wird grün.

Wir wollen Gelb, also grundieren wir hier mit RDG_WHITE und schwups haben wir Gelbe Schrift auf blauem Untergrund.

 

Ist doch eigentlich ganz einfach oder?

Wie das im Einzelnen mit meinem Drucker funktioniert erkläre ich auf einer anderen Seite :-)

 

Weiße Schrift in Farbigen Flächen

Weiß das oft falsch gemacht wird hier nochmal die Erinnerung:

RDG_WHITE ist eine Grundierung!

Vorlagen mit blauen Flächen und Schrift in RDG_WHITE werden blau gedruckt, das RDG_WHITE ist ja unter dem Blau.

Wenn man weiße Schrift in farbigen Flächen haben möchte, dann macht man das wie folgt:

an der gewünschten Stelle mit RDG_WHITE grundieren, damit haben wir dann schonmal weiß.

Bei den Normal-Farben (CMYK) muss man diese Stelle noch aussparen, hier muss man also mit Normal-Weiß arbeiten damit an dieser Stelle keine andere Normalfarbe gedruckt wird. An dieser Stelle scheint später der Untergrund durch - und den hatten wir ja gerade mit RDG_WHITE weiss grundiert.

 

Merke:

RDG_WHITE ist "gedruckte" weiße Grundierung

Weiss am Bildschirm ist einfach der Untergrund, in unserem Fall bei Decalfolie also einfach nur transparent.

RDG_WHITE deckt keine Normalfarben ab, denn es wird immer zuerst gedruckt.

 

Übrigens:

Normal-Weiß auf RDG_WHITE erzeugt KEINE Transparenz in Weiß!

Weiss kann keine Transparente Objekte in RDG_WHITE erzeugen, denn die Grundierung ist ja schon fertig wenn das Normal-Weiss verarbeitet wird. Für transparente Objekte in RDG_WHITE-Flächen muss man an dieser Stelle in der Grundierung mit "RDG_WHITE mit 0% Deckung" arbeiten.

Normal-Weiß über Normalfarben erzeugt transparente Stellen. Ob diese Stellen komplett transparent sind oder weiß entscheidet die Grundierung mit RDG_WHITE an dieser Stelle.

 

 



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